Wie hoch ist die Grunderwerbssteuer?

Das Procedere wiederholt sich in schöner Regelmäßigkeit: Immer wenn die Politik nicht mehr weiß, wie sie etwas bezahlen soll, erhöht sie die Steuern. Das ist mit der Mehrwertsteuerlüge so gewesen und ist jetzt mit den Plänen einiger Bundesländer, die Grunderwerbsteuer zu erhöhen, nicht anders. Denn bislang war es so, dass die Grunderwerbsteuer 3,5 % des zu zahlenden Kaufpreises für die Immobilie betrug. Sie wurde den Ländern zugewiesen, floss aber zu einem Großteil in die Kommunen. Da nun einerseits vom höchsten deutschen Gericht die Verfassungsmäßigkeit dieser Steuer bestätigt wurde, sie somit also von jedem Immobilienkäufer zu zahlen ist, und im Zuge der Föderalismusreform 2006 den Ländern andererseits die Möglichkeit eingeräumt wurde, den Hebesatz der Steuer selbst festzulegen, hat sich in Deutschland nun ein uneinheitliches Bild über die Höhe der zu zahlenden Grunderwerbsteuer ergeben.

Um die Zahlung der Grunderwerbssteuer kommt beim Hauskauf keiner herum

Um die Zahlung der Grunderwerbssteuer kommt beim Hauskauf keiner herum
Um es klar zu sagen: Kein Bundesland verzichtet auf die Erhebung der Steuer, sodass die 3,5 % auf alle Fälle zu zahlen sind. Aber Berlin, Brandenburg und auch Schleswig Holstein haben die Grunderwerbsteuer bereits angehoben, sodass Käufer in diesen Ländern bereits zwischen 4 und 4,5 % zahlen müssen. Auch Hamburg und Sachsen Anhalt gehören zu den Ländern, die eine Erhöhung der Grunderwerbsteuer nicht grundsätzlich ausschließen.

Eine massive Erhöhung scheint auch den zukünftigen Immobilienkäufern in Nordrhein-Westfalen ins Haus zu stehen. Wenn es nach dem Willen aus Teilen der dortigen Koalition geht, sollen Immobilienkäufer demnächst 5 % an Grunderwerbsteuer zahlen und mit dieser Erhöhung den klammen Haushalt sanieren helfen. Sollte es aber dazu kommen, müssen Erwerber bei einem Kaufpreis von 100.000 € in Zukunft satte 5.000 € Grunderwerbsteuer zahlen statt der bisher 3.500 €. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Immobilienmarkt bei so hohen Erwerbsnebenkosten in Zukunft entwickeln wird. Zumindest wird es Familien mit Kindern nicht unbedingt leichter gemacht, Eigentum zu erwerben angesichts sämtlicher mit einem Immobilienerwerb im Zusammenhang stehenden hohen Kosten. Zuletzt hat kürzlich auch Baden-Württemberg die Anhebung der Grunderwerbssteuer auf 5% in Aussicht gestellt.